editorial
Zukunftsfähig?
gg Kirchner

Derzeit leben auf der Erde ca. 6 Milliarden Menschen. Davon beansprucht ein Sechstel d.h. 1 Milliarde Menschen, für sich den gesamten weltweiten Energie- und Rohstoffverbrauch, da sie im sogenannten Wohlstand leben und Hauptverursacher des Treibhauseffekts sind.
Wie unterschiedlich derzeit die Erwartungen an den Klimaschutz sind, zeigen die Reaktionen und Verhaltensweisen führender Politiker. Nachdem „Sandy“ den US –Wahlkampf ordentlich durcheinander gewirbelt hatte, stand plötzlich der Klimaschutz auf der Liste der Wahlkampfthemen beider Kandidaten ganz oben. In den monatelangen Debatten und Medienbereichten vor „Sandy“ spielt dieses Thema keine Rolle.

Auch auf diesem Gebiet werden die Amerikaner unter Umständen von den Chinesen überholt. Davon konnte ich mich 2011 auf der Internationalen Green Technology Konferenz in Fuzhon überzeugen.
Die Chinesen haben längst bemerkt, daß sie umdenken müssen.
Die ersten DGNB zertifizierten Gebäude stehen schon seit einem Jahr, in Qingdao entsteht gerade der „Sino - German Ecopark“.

„Wir haben unser ‚Recht, Dinge zu verschwenden‘ internationalisiert und betrachten dies als festen Kern der Menschenrechte. In dieser Beziehung wird ein erhebliches Umlernen in unseren Alltagsgewohnheiten einsetzen müssen und Architekten werden die wichtigsten Lehrer auf diesem Gebiet sein.“ Peter Solterdijk

Sind sich die Architekten dieser Verantwortung bewusst? Wohl kaum, wenn man zusieht wie vielerorts geradezu selbstverständlich schönste Bausubstanz mit Wärmedämmung zugekleistert wird und dann von energetischer Sanierung gesprochen wird. Sollen unsere Städte „nachhaltig“ werden, dann braucht es nicht nur Anstrengungen im ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereich, sondern auch ein ästhetisches Konzept.
Und da die Baumaßnahmen im „Lebensprozess“ eines Gebäudes stets die größte Energie- und Umweltbelastung darstellt, ist es alles andere als nachhaltig, wenn ein Gebäude alle paar Jahre saniert werden muss. Denn die eingesetzten Wärmedämmfassaden benötigen diesen Unterhalt.

Einer der sich genau diesem Problem auseinander setzt ist Werner Sobek. Für ihn ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten eine zwingende Voraussetzung, damit nachhaltiges Bauen so selbstverständlich wird wie der Brandschutz und die Standfestigkeit.